Kilimanjaro – Uhuru Peak 5895 hm

Höchster Berg Afrikas. Höchster freistehender Berg der Welt. Unser erster Berg der Seven Summits.

Bereits die Anfahrt war spannend, Aufgabe für heute (19.07.2022 – naja, eigentlich wollten wir schon am 18.07. starten und schon längst in Moshi bzw. bereits auf dem Weg zum Gipfel sein, aaaaber nach 10 Tagen hatten wir immer noch kein Visum). Also hieß es, Tour um einen Tag verschieben und hoffen, dass das Visum bis morgen per Mail kommt. Dann war da noch ein Problem – Visum musste in Farbe ausgedruckt an der Grenze vorgezeigt werden… egal, das sollte jetzt nicht unser wichtigstes Problem sein. Bisher hatten wir es ja noch nicht einmal digital. Zurück zu unserer ersten Challenge: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Mtwapa (Kenia) nach Moshi (Tanzania)…

Die Reise startete mit dem Shuttlebus nach Mombasa und dann mit dem SGR (Zug) weiter nach Voi.

Abfahrt um 5 Uhr morgens – Shuttlebus: Mtwapa – Mombasa Terminus
8.00 Uhr morgens – SGR (Zug): Mombasa – Voi

Danach gings weiter mit dem Tuktuk vom Bahnhof in die Stadt Voi, um im Anschluss ein Matatu nach Moshi (TZ) suchen.

Express-Matatu gefunden: Voi nach Moshi mit Stop an der Grenze (Taveta)
Erster Blick auf den Kilimanjaro

… Und dann Grenzüberquerung ohne Visum.

Anfangs wartete der Busfahrer noch auf uns: Sicherheitscheck – kein Problem, Gesundheitszertifikate (Gelbfieber- und Coronaimpfung) – kein Problem, Ausstempeln aus Kenia – (fast) kein Problem – neues Visum für in 8 Tagen musste demnach neu beantragt werden, Einreisen nach Tansania – Problem. Viele Diskussionen, Anrufe bei der tansanischen Botschaft, Kommunikation mit verschiedensten Leuten. Zwischenzeitlich war unser Shuttel schon längst aufm Weg nach Moshi. Erst wollte uns der Grenzbeamte überzeugen, einfach ein neues Visum direkt vor Ort zu beantragen, das würden wir ohne Probleme bekommen, würde doch nur 50$ kosten. Von unserer Seite gab es aber ein klares NEIN, wir zahlen nicht noch einmal. Wir haben unser Visum vor 10 Tagen beantragt, er solle bei der Botschaft anrufen und das jetzt klären. Nach langem Hin und Her haben wir dann endlich unseren Stempel bekommen. Mit so viel Hartnäckigkeit hat er wohl nicht gerechnet. Nach 3 Stunden gings dann endlich weiter. Aber mit welchem Fahrzeug? Der Bus war weg. Dann also zu Fuß über die Grenze. In Tansania angekommen stellten wir fest: Wir haben keine tansanischen Schilling. Aber auch davon ließen wir uns nicht stressen – eins haben wir nämlich in Kenya gelernt: Pole, pole, immer ruhig bleiben, irgendwie wird’s schon klappen.

Matatu gefunden, gesagt, dass wir nach Moshi wollen – perfekt. Unsere großen Backpacks wurden auf’s Dach geschnallt, Preis stand außen dran (1500 tansanische Schilling pro Person), Geld wollten wir erst nach heiler Ankunft übergeben – wir mussten schließlich erst noch zur Bank. Zwei freundliche junge Männer willigten ein, schienen Mitarbeiter des Matatus zu sein (dachten wir). Natürlich sprachen sie fast kein Wort Englisch. Im Gegensatz zu Kenia wird in Tansania nämlich kein Englisch unterrichtet bis zur Highschool. Die beiden Männer machten jedoch den Eindruck, uns zu verstehen, Kommunikation mit Händen und Füßen klappt schließlich in jedem Land. Geschafft! Endlich Endspurt, beide waren wir so müde, dass wir tief und fest schliefen und irgendwann mit einem “Girls, wake up. Moshi.” geweckt wurden. Erschrocken wachten wir auf, kurzer Check, ob noch alle Sachen da sind – ja, Glück gehabt. Die Männer begleiteten uns zur Bank und trugen unsere Rucksäcke. Das Matatu ist bereits weitergefahren. Magdalena ging Geld abheben, zwischenzeitlich versuchten sie Lea den tatsächlichen Preis klar zu machen. Wir stellten fest: Pro Person kostete die Fahrt 15.000 TZ Schilling. Kurz den Wechselkurs gecheckt – 6€ pro Person. Schon etwas viel, aber für 1,5 Stunden Busfahrt und so viel Hilfe ist das doch okay. Außerdem konnten wir durchaus froh sein, dass nichts gestohlen wurde und wir in Moshi aufgeweckt worden sind. Das war dann mal wieder mehr Glück als Verstand. Nächste Challenge: Wir mussten erklären, wo wir hin mussten. Glücklicherweise hatten wir die Nummer von dem Chef der Reiseorganisation, mit der wir unsere Wanderung auf den Kilimanjaro geplant haben. Die Jungs riefen für uns an – sprachen in Kiswahili, wir haben kein Wort verstanden. Aaaaber nach 10 Minuten kam dann ein Fahrer, der in gebrochenem Englisch erklärte, er wurde von dem Chef geschickt, er würde uns zum Hotel bringen. Blindes Vertrauen, gute Menschenkenntnis – wir kamen auf alle Fälle im richtigen Hotel an, wo auch unser Guide vom Mount Kenya (Willy) auf uns wartete. Endlich geschafft! Abendessen und ab ins Bett (dachten wir). Erstmal hieß es Gear-Check und Briefing und dann Visumsantrag. Mit dem Hotspot von Willy versuchten wir das neue Visum für die Wieder-Einreise nach Kenia zu beantragen, es dauerte eeewig! Mitternacht haben wir es dann endlich ins Bett geschafft.

Die Wanderung konnte losgehen!

Tag 1: Machame Gate, 1.800hm – Machame Camp, 2.700hm – 4h

Der Tag startete wie gewohnt „pole pole“ (sehr langsam und entspannt) in Moshi. Nach einem super Frühstück ging’s endlich los – dachten wir… Geld abheben (… über 1.000.000 TZSh kann man nicht auf einmal abheben), Sachen packen (Campingstühle und Pavillon haben wir den Trägern verboten mitzunehmen), Parkgebühren über fragwürdige Internetseite zahlen (dafür musste extra noch jemand kommen), dann endlich Abfahrt! Auf der Fahrt gabs dann nochmal 3 Stops, um auch genug Lebensmittel für die nächsten 7 Tage zu haben (Die Porter schleppen nämlich alle Lebensmittel mit. Anders, wie am Mount Kenya gibts hier keine Möglichkeit zumindest einen Teil mit einem Fahrzeug zu transportieren.).

Der Tag startete leider regnerisch… naja was soll’s, bestens ausgestattet mit geliehenen Regenhosen, Ponchos und guter Laune konnte ja nichts mehr schief gehen. (Die guten Hardshelljacken & -hosen brav in Deutschland gelassen, wer will den schon die gute Ausrüstung mit nach Afrika nehmen, wenn die zwei höchsten Berge des Kontinents geplant sind… definitiv ein Fehler). Aber, wenn man so sieht, was die Porter und Guides anhaben, ist man sowieso bestens ausgestattet. Wir wussten ja nicht, dass das Wetter sooo gut werden sollte, wie es dann schlussendlich wurd.


Durch den Regenwald ging’s 4 Stunden bergauf. Um 18.00 Uhr erreichten wir uns erstes Camp.

Da es hier schon so früh dunkel wird, gab’s Abendessen unterm Sternenhimmel – ein Traum! Danach ging’s ab in den warmen Schlafsack, wir beide haben das Zelten schon etwas vermisst.
Lala salama.

Tag 2: Machame Camp, 2.700hm – Shira Cave Camp, 3.750hm – 4h


Auf den anfänglichen Regen am ersten Tag, folgten 6 Tage strahlend blauer Himmel. Ausgeschlafen wachten wir mit Sonnenschein auf. Uns erwartete ein leckeres Frühstück – beim Kochen lassen sich auch die Tansanier nicht lumpen. On top gabs den ersten Blick auf den Kibo (höchster Punkt des Kilimanjaros – im Zuge der Unabhängigkeit 1961 Tansanias wurde der Kibo dann umbenannt und heißt nun Uhururu Peak – 5985hm).

Um 9.00 Uhr ging’s dann los: Raus aus dem Regenwald, steiniger Weg mit Wahnsinns-Ausblick. Vor uns das Massiv des Kilimanjaros. Es wirkte so groß und gewaltig und doch so nah. In einem waren wir uns und auch unsere Begleiter sich sicher: Bald stehen wir auf dem Gipfel! Das ist nämlich vor allem ein „mind-set-Ding“, klar müssen die körperlichen und physiologischen Bedingungen passen, aber hauptsächlich steuert der Kopf den Erfolg! Hinter uns ließen wir den im Nebel verhangenen Regenwald zurück.
Wir wanderten relativ zügig im Gegensatz zu den Babysteps am Mount Kenya… bestimmt werden wir noch langsamer oder hat das „Höhentraining“ doch was gebracht? Wir werden sehen.
Nach 4 statt angegebenen 5 Stunden erreichten wir dann unser zweites Camp. Ob wir noch Energie hatten? Aber klar! Am heutigen höchsten Punkt wurden erstmal Handstände gemacht – spätestens jetzt mussten auch die Guides realisiert haben, mit den beiden Dadas (Kiswahili: Schwestern), so nannten sie uns hier, stimmt etwas nicht, die sind verrückt!

Im Anschluss gabs Tee, Kaba, Popcorn und Kekse mit überwältigendem Ausblick. Immer wieder saßen wir einfach still da und starrten auf den Berg – ein Traum, der endlich in Erfüllung geht.

Nach einem kurzen Nickerchen gingen wir noch ein paar Meter zu einem Aussichtspunkt.
Später gab’s dann Abendessen zum Sonnenuntergang. Unbeschreiblich. Wir sind unglaublich dankbar, hier sein zu dürfen. Es wurde eiskalt. Nicht einmal das hielt uns davon ab, noch draußen zu bleiben und den unfassbar schönen Sternenhimmel zu genießen.

Tag 3: Shira Cave Camp, 3.750hm – Lava Tower, 4.600hm – Baranco Camp, 3.800hm

Spätestens in der Früh haben wir realisiert, wie kalt es wirklich war – alles war gefroren. Um 6.30 weckte uns unser Guide Romli auf: „Girls wake up, the sun is rising.“ Und wow! Da wacht man doch gerne auf – mit Blick auf den Mount Meru.

Mount Meru im Schatten des Kilimanjaro

Am Tag zuvor haben wir ihnen noch gesagt, dass wir sehr gerne früher aufstehen, um den Sonnenaufgang zu sehen und um vor allem früher zu starten. Viel los war hier nämlich schon – unserer Meinung nach. Die Guides erklärten uns, das sei noch gar nichts.
Vor dem Frühstück gabs noch warmes Wasser zum Abwaschen – was für ein Luxus!
Um kurz nach 8.00 gings dann auch los – heute stand ein langer Tag an. „Naja, ihr braucht vermutlich 4 Stunden bis zum Lava Tower und dann weitere 2-2,5 Stunden Abstieg zum Camp. Statt insgesamt 8-9 Stunden.“ Wir wussten genau, wenn man zu schnell geht, kann einem die Höhenkrankheit ganz schnell einen Strich durch die Rechnung machen.
Wir machten uns also auf den Weg – überholten einige Gruppen, hielten Tempo mit den Portern. An diesem Tag haben wir sogar ein (nicht geplantes) Lunchpaket bekommen, da wir am vorherigen Tag zu schnell für die Porter waren – sie wollten uns garantieren, dass, wenn wir ankommen, das Zelt steht und Essen fertig ist. Wir haben ihnen ausdrücklich gesagt, dass wir dies nicht schlimm finden, aber so sind sie die Afrikaner – gastfreundlich und zuvorkommend. Gezwungenermaßen muss man dann einfach genießen, nichts zu tun. So ein Luxus-Camping sind wir beide nicht gewohnt.
Am Weg wurde schon viel über uns geredet „Die schnellen deutschen Mädels“, „Die müssen vom Militär sein“ – tatsächlich erreichten wir Lava Tower (4.600hm) symptomfrei nach 3 Stunden. Die Aussage unseres Guides war: „You are strong like Simba“ („Ihr seid stark wie Löwen.“) Wow! Was für ein Kompliment – das tut der mentalen Energie seeeehr gut! Wie gesagt: Jeder kann den Uhuru Peak erreichen – das ist Kopfsache!

Lava Tower 4.600 hm

Nach einer Stunde Lunchpause & Sonne genießen, ging’s dann weiter Richtung nächstem Camp. Kurz zuvor überprüften wir unsere Sauerstoffsättigung und den Puls: Alles in bester Ordnung – besser als die Werte des Guides. Strong like simba!

Na dann kann’s ja weiter gehen! Aus vorausgesagten 2-2,5 Stunden (statt angeschriebenen 3-4) wurden nun 1,5. Wir stiegen ab auf 3.800hm entlang einer faszinierenden Landschaft: Flussbett, Wasserfälle, Gletscherrinnen.
Unsere Guides scherzten immer über unsere Energie und meinten: „Dann könnt ihr uns ja zum Gipfel hochtragen – sollte kein Problem sein.“ – so entstand die neue Idee für das heutige Ziel.

Vor Ort gab es wieder Tee, Kaba und Snacks. Das „duschen“ unter dem Wasserfall wurde uns zwar verboten, aber Füße waschen weiter unten am Fluss war erlaubt. Hat gut getan!

Nach einem leckeren Abendessen (Pizza – an einer ausreichenden kulinarischen Verpflegung soll es in Afrika nie scheitern) ging’s dann auch ins Bett.

Tag 4: Baranco Camp, 3.800hm – Karanga Camp, 3.995hm – 2,5 Stunden

Nachdem der anstehende Tag nur ein kurzer werden sollte, starteten wir ganz gemütlich um kurz nach 8 mit einem ausgiebigen Frühstück.

Unsere Truppe – ohne die wir es nicht geschafft hätten!

Nach einem Gruppenfoto mit dem ganzen Team hieß es um halb 10 Abmarsch. Über Kletterpartien an der Great Baranco Wall schlängelte sich ein dünner Pfad die Wand hinauf. Unser Guide Romli wählte immer wieder Abkürzungen zum Überholen, schöne Kletterpassagen, auf denen nur wir unterwegs waren – sehr entspannt.

Oben angekommen wurden wir mal wieder mit einem unglaublichen Blick auf den Gipfel des Kilimanjaro belohnt!

Nach einer kurzen Pause ging es bergab, um dann auf der anderen Seite des Tales die gleiche Strecke wieder hinauf zu laufen. Kurz vor dem Ende dieses Aufstiegs ist die letzte Wasserholstelle bis zum Gipfel, von hier müssen die Träger sämtliche Wasservorräte mittragen!

Nach 2 1/2 Stunden haben wir das Karanga Camp erreicht. Auch Romli und Elias wollten beweisen, dass sie stark sind! 😉

Kurz nach unserer Ankunft gab es Lunch. Nach einem Powernap ging es noch weitere 555hm nach oben, bis wir einen Blick auf das morgige Camp (Barafu Base Camp) bekamen. Obwohl wir fit wirkten, schadet das Akklimatisieren sicherlich nicht.

Ein kurzer Abstieg zurück zu unserem heutigen Camp und dann gabs auch schon Abendessen (Karottensuppe, Karotten-Reis mit Soße und grünen Bohnen).

Und wieder einmal genossen wir einen traumhaften Sonnenuntergang mit Blick auf Mount Meru und im Anschluss einen weiteren grandiosen Sternenhimmel.

Tag 5: Karanga Camp, 3.995hm – Barafu (Base) Camp, 4.673 hm

Unser Tag startet gemütlich, um halb 10 Abmarsch.

Am Weg erledigten wir ein paar Challenges. Jeden Tag entstanden andere verrückte Ideen. Und nicht immer funktionierten die akrobatischen Figuren auf Anhieb.

Auf dem Weg trafen wir eine Gruppe Deutsche, die begeistert feststellten, dass wir ganz schön schnell sind. Wir erklären ihnen, dass wir schon Höhentraining hinter uns haben und damit etwas schummeln. Als sie unsere Kopfstandsversuche sahen, fragten sie: „Dürfen wir mal fragen wie alt die Damen sind?“ Auf unsere Antwort reagierten sie mit sichtlicher Erleichterung. All diese verrückten Ideen haben schließlich auch einen Hintergrund: Wir wollen die 10.000€ erreichen!

Gemütlich ging es weiter, bis kurz vorm Ende der heutigen Etappe nochmal ein steiles Stück kam. Romli war inzwischen zum Glück der festen Überzeugung: Mit uns kann man klettern! Wir nahmen die Abkürzung.

Auf der Kante angekommen, hatte man bereits einen guten Blick auf das Basecamp – wow, es war ein rießiges Camp. Das Gefühl war unbeschreiblich, fast am Ziel, morgen stehen wir am Gipfel! Nun mussten wir jedoch erst einmal unsere Truppe finden. Am Weg dorthin sahen wir einen Lama-Geier und machten unser alltägliches Schild-Bild.

Unser Motto für den Gipfel: Strong like Ox!

Der Rest vom Tag gestaltete sich sehr entspannt: Lunch, Nap, kurze Wanderung zur Akklimatisierung, Dinner, ab ins Bett (19.00Uhr). Morgen stand der große Tag an! Alles bereits vorbereitet, mit Skiunterwäsche als Schlafi hieß es für uns lala salama.

Tag 6: Barafu Base Camp, 4.673hm – Uhuru Peak, 5.895hm via Stella Point, 5.756hm – Mweka Camp, 3.100hm

Um 00:16 klingelte der Wecker. Nach einer kurzen und eiskalten Nacht ging’s um kurz nach 1 mit Stirnlampen los. Wir starteten als Letzte am Camp – unsere Guides waren überzeugt, die Zeit reicht! Wir werden sehen. Vor uns eine Lichtercaravane, die sich den Grat entlang schlängelte. Bald schon überholten wir auch die ersten Gruppen. Sehr motivierend für uns. Unter uns erstreckte sich ein faszinierendes Lichtermeer – Moshi Town. Über uns ein atemberaubender Sternenhimmel. Still schweigend genossen wir die Atmosphäre, die ersten 500 Höhenmeter des Tages waren erstmal kein großes Problem. Später hatten wir dann abwechselnd gute und schlechte Phasen: Von Dampflock-Schnaufen über Kopfschmerzen, Schwindel hin zu freudigem Singen und Höhenrausch. Die letzten 20 Minuten waren aber dann für uns beide ein wirklicher Kampf – eiseiskalt, auf Vulkansand rutschend, nach Luft schnappend, energie- und sprachlos – die Beine haben einfach nur noch funktioniert. Dank sei den Mantras, motivierenden Gedanken und gegenseitigen Anfeuern, dass wir überhaupt die Energie aufbringen konnten, weiter zu gehen. Unsere Helden der Nacht (Romli und Elias) motivierten uns immer wieder! Es galt nur eins: Nicht aufgeben! Wir schaffen das! Wir kämpften uns hoch bis zum Stella Point – wow! Der Körper ist eine Maschine! Als Motivationskick gab’s dann einen wunderschönen Sonnenaufgang am letzten Stück zum Gipfel.

Sonnenaufgang kurz vorm Gipfel

ie letzten Meter: Es gibt kein Zurück mehr! Wir schaffen das. Uns kamen schon ein paar Leute mit einem riesigen Grinsen im Gesicht und wahnsinniger Euphorie entgegen – das muss sich lohnen! Mit langsamen Schritten, wie in Trance ging’s weiter, bis… wir den Gipfel sehen konnten! Das Adrenalin schoss – plötzlich hatte der Körper Energie, von der wir nicht einmal wussten, dass es sie gibt. Wow! Wir haben es geschafft! Jegliche Kälte, Schmerzen, Energielosigkeit war damit vergessen. Gletscher, enormer Ausblick, Faszination pur! Wir fielen uns in die Arme. Was für ein Gefühl hier oben zu stehen. Uns kamen die Tränen. Unbeschreiblich.

Gipfel geschafft! Mit unseren beiden Guides Elias und Romli
Verfroren, aber glücklich ging es wieder bergab

Nach einer kurzen Foto-Session am Gipfel ging es „Haraka haraka“ (schnell schnell) zurück ins Barafu Base Camp fürs Frühstück. Zu lange durfte man nicht auf knapp 6.000 bleiben, außerdem standen heute noch knapp 3.000 hm an, die wir wieder runter gehen mussten. Über die Rutschpartie auf dem Vulkansand nach unten wurde es uns zwar wieder warm, aber es staubte extrem. Nach zwei anstrengenden Stunden, genossen wir den jubelnden und gratulierenden Empfang unseres Teams und das warme Frühstück (Pfannkuchen, Rührei und Obst).

Direkt danach hieß es Abstieg! Die Gefahr trotz fehlender Symptome Auswirkungen der Höhenkrankheit zu bekommen, wenn man sich zu weit oben hinlegt war zu groß.

Ein kurzes Danke-Foto am Heli-Pad an Africa Outdoors und dann hieß es 3 Stunden Abstieg bis zum Mweka Camp auf 3100 hm.

Tag 7: Mweka Camp, 3.100hm – Mweka Gate, 1.840hm

Unser letzter Tag startete früh, da wir nach dem Abstieg direkt nach Hause nach Mtwapa, Kenia, fahren wollten. Um halb 6 klingelte der Wecker, nach dem morgendlichen Ritual — warmes Wasser zum Waschen, Tee, Frühstück, zusammen packen — ging es um viertel nach 7 Richtung Nationalpark Gate. Nach 2 1/2 Stunden wandern durch den Regenwald, kamen wir am Mweka Gate an und waren bereit nach Moshi zu fahren… aber typisch afrikanisch, alles pole, pole (langsam, langsam), mussten wir warten. 2 1/2 Stunden Warten später waren die Zertifikate endlich fertig und wir konnten in Richtung Moshi los starten. Den Zug nach Mombasa haben wir uns schon längst aus dem Kopf geschlagen, den konnten wir gar nicht mehr schaffen. Aber da ließen wir uns gar nicht mehr Stressen, …

…die Zeit war somit also kein Problem mehr, das würden wir schon irgendwie schaffen. Großes Problem: Visum in Farbe ausdrucken. Noch größeres Problem: Kein Strom in ganz Moshi. Wir haben dann tatsächlich einen Copyshop gefunden, welcher mit Notstromaggregat lief. Ja, jetzt kann’s ja nur noch gut gehen. Falsch gedacht. Magdas Visum war nicht da. Dann eben nur mit einem Visum und auf Gute Laune der Grenzbeamten hoffen.

Wenn selbst die Tansanierin verzweifelt ist, wie langsam es voran geht…

Wir fuhren mit dem Matatu zur Grenze. Ganz klassisch: Matatu komplett überfüllt – Lea und ich hatten beide ein Baby auf dem Schoß – los geht die Fahrt! Dieses Mal auch nur für 2000 Tansanische Shilling (70Cent).

Mit Willy an der Matatu Station in Moshi

Letztes Geld noch für Essen und Bier ausgegeben – klar was sonst. Ab zur Grenze. Zu Fuß.

Und weil das nicht reicht: barfuß. Der Schuh ging am Weg kaputt.

Gute Laune an der Grenze war vorhanden! Ohne ausgedrucktes Visum den Stempel für Kenia bekommen – Juhu! Ab nach Hause.

Aber zuvor noch eine kurze Diskussion beim Securitycheck: Zu viel Bier im Rucksack. Angeblich gäbe es eine Einfuhrgrenze: 3 Bier pro Personen, wir hatten 4. Unser Argument: Unsere 6 Freunde an der Küsten warten aber auch das „Kilimanjaro-Bier“ zog dann irgendwann. Uns war nämlich von Anfang an klar: Der Mann vom Securitycheck wollte einfach selbst eins trinken – mit uns nicht!

Zufällig trafen wir dann zwei Bodafahrer, die ihr Motorrad gerade über die Grenze schoben – perfekt! Die Fahrt Richtung Küste konnte weiter gehen.

Dass diese Fahrt noch ein größeres Abenteuer wird… davon hätten wir ja eigentlich ausgehen können. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mount Kenya – Lenana Peak 4985 m

Wir haben den ersten Gipfel unseres 10.000er Projekts erfolgreich gemeistert! 💪🏼 Mehr Infos zu unserem Projekt unter folgendem Link: https://precioushope10000.wordpress.com/10000-e-fur-10000-hohenmeter-gemeinsam-stark/

Mit unserer Aktion unterstützen wir unsere Team „Strahlende Kinderaugen Kenia“ mit dem Bau eines Waisenheims. Warum es uns so am Herzen liegt, bald mit dem Bau starten zu können, wird im folgenden Artikel sehr deutlich: https://precioushope10000.wordpress.com/2022/04/21/besuch-im-minto-childrens-home/

Lenana Peak des Mount Kenya (4.985Höhenmeter)

Die ersten 2735 Höhenmeter unseres 10.000er Projekts sind damit auch geschafft! (in 4 Tagen von 2650hm auf 4985hm, Gesamtstrecke von 53km)

Tag 1: Sirimon Gate (2.650hm) – Old Moses Camp (3.000hm)

Startklar am Sirimon Gate

An Tag 1 ging es für uns von Nanyuki zum Sirimon Gate des Mount Kenia Nationalparks. Das Gate liegt bereits auf 2650 hm. Hier trafen wir unsere Guides Willy und James und unsere Träger. Erst einmal wurden wir mit einem leckeren Mittagessen empfangen. Nachdem alle Vorbereitungen geschafft waren, starteten wir unsere erste kurze Etappe. Es ging über 9 km auf 3300 hm, wo sich das Old Moses Camp, die Hütte für unsere erste Nacht befand.

Gleich zu Beginn fielen uns die sehr kleinen Schritte unseres Guides James auf. Er erklärte uns, dass wir zur Gewöhnung an die Höhe bergauf immer „Baby Steps“ machen sollten, es diene der besseren Akklimatisation. So ging es langsam aber stetig zur Hütte.

Teepause im Old Moses Camp
Hike high – sleep low: Nach der Pause machten wir noch einige Höhenmeter – alles für die bessere Akklimatisation

Tag 2: Old Moses Camp (3.300hm) – Shippton Hut (4.200hm)

Nach einer kurzen Nacht, klingelte der Wecker bereits um 6 Uhr. Im Anschluss ging es, nach einem ausführlichen Frühstück, über 14 km hinweg hoch auf 4200 hm. Für jeden gibt es ein Lunchpaket, damit wir gut gestärkt den Weg meistern konnten. An Essensversorgung ist es zu keinem Zeitpunkt gescheitert 😉 Uns wurde erklärt: Essen ist wichtig, um genug Energie für den Tag zu haben. Außerdem wurde das Essen auch an die Höhe angepasst, zum Beispiel gab es immer eine Suppe und Tee, damit der Körper warm bleibt. Viel Knoblauch, Ingwer und Citrusfrüchte standen am Menü. Man sagt, so könne man die Höhenkrankheit besser vermeiden. Außerdem sei Trinken besonders wichtig, 4 bis zu 6 Liter am Tag wären optimal.

Sonnenaufgang – Old Moses Camp

Kurz vor der Mittagspause – uns knurrte schon allen der Magen – erreichten wir einen Ausblicksfelsen, von dem man schon einen tollen Blick auf die Gipfel des Mount Kenya’s hat. Das Wetter meinte es gut mit uns – 3 Tage Sonnenschein (auch wenn’s eiskalt war).

Unsere erste Zusatzaufgabe des 10.000er Projekts erledigten wir auch gleich noch auf dem Weg.

Happy dreamteam

Obwohl wir die Höhe schon etwas spürten, gaben wir unser Bestes die geforderten 50 m im Handstand zu gehen. Selbst unseren Guide Willy konnten wir dazu animieren mitzumachen. Danke an Marius S. und Annabel W. für die herausfordernde Aufgabe und eure Spende!

Ankunft Shippton Hut (4.200hm)

Auf der Shipton Hütte angekommen, gibt es erst einmal ein kleine Stärkung: Kaffe, Kaba, Mandasi (kenianisches Hefegebäck) und Popcorn.

Hike high – sleep low – eiskalt

Tag 3: Shippton Hut (4.200hm) – Lenana Peak (4.985hm)

Der Wecker klingelte um 1:30 Uhr nachts, wir wachten alle verfroren und müde auf und nach einem leichten Frühstück – Popcorn (fragt nicht wieso), Kekse und Tee/Kaffee – ging es um 2:30 Uhr los. Nur 3,5 km, allerdings 785 hm hoch bis zum Gipfel. Jeder ist ausgestattet mit einer Stirnlampe und alle sind ungewohnt still. Die Faszination über die Berg-Silhouetten und einen wunderschönen Sternenhimmel, aber auch die Anstrengung, welche mit zunehmender Höhe immer noch mehr wurde, waren wohl die zwei Gründe für unser Schweigen.

Um kurz nach 6 Uhr erreichten wir den Lenana Peak – perfekt getimt mit dem Sonnenaufgang! Das Gefühl, nach knapp 4 Stunden wandern und klettern, sehr dünner Luft gemischt mit Aufregung, Müdigkeit, Erschöpfung, aber doch irgendwie Euphorie, Optimismus und Energie (fragt nicht, woher der Körper sich diese holt) über die 7 Steigeisen kurz vorm Gipfel, ganz oben anzukommen – der Moment des ergreifenden Ausblicks – der absolute Wahnsinn!

Wir genießen die Idylle und haben das große Glück anfangs fast alleine am Gipfel zu sein. Nach einiger Zeit puren Genusses wird es Zeit für eine weitere Zusatzaufgabe: Fliegerbild am Gipfel! Danke an Julia St. für deine Aufgabe und deine Spende!

„Flieger“ auf 4985 hm
Abstieg: Alle müde, …
…aber zufrieden!

Wir stiegen wieder zur Shiptons Hut ab. Dort erwartete uns ein ausführliches Frühstück, bevor es die ganze Strecke bis zum Old Moses Camp zurück geht. Während des Frühstücks wurden wir von vielen Rock Hirax besucht. Die kleinen murmeltierartigen Tiere sehen aus wie eine Mini Mischung aus Quokka und Wombat – Quombats?

Frühstück mit Blick auf den erfolgreich gemeisterten Gipfel
Abstieg: Willy + die ganze Truppe

Tag 4: Old Moses Camp (3.000hm)Sirimon Gate (2.650hm)

Nach einem letzten Abend im Mount Kenya Nationalpark, guten Gesprächen und völliger Zufriedenheit fielen wir müde ins Bett. Am nächsten Tag ging’s dann wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Asante sana – Danke an all unsere Sponsoren! Ihr bringt Kinderaugen zum Strahlen! ☀️ Auch ein riesiges Dankeschön an unsere Guides Willy und James von Africa Outdoors Ltd. (s. https://africaoutdoors.co.ke/ )

Familie und Freunde zu Besuch

Am 7. Juni durften wir Magda‘s Familie und eine weitere befreundete Familie aus Neunburg in Mombasa am Flughafen empfangen. Die Freude war rießig! Nach 2 Monaten Video-Call-Kontakt war es unglaublich schön, einander wieder zu sehen und sich in den Arm zu nehmen. Außerdem wollten wir ihnen natürlich auch unsere Projekte vor Ort zeigen. Beide Familien kennen sie, jedoch nur aus Bildern und Erzählungen. Es stand eine interessante und spannende Zeit bevor!

Klar – sie haben ja auch zwei verrückte Reiseleiterinnen gebucht, das konnte ja schließlich nur eine Abenteuerreise werden! (Zitat von Magdas Papa)

Los gehts!

Unser Tag begann um 3:40 Uhr in der Früh.

5am – International Airport Mombasa

Nach vielen Herausforderungen – Flug von München nach Frankfurt gecancelt, mit dem Auto nach Frankfurt, Koffer im Auto vergessen, vermeintliche Kindesentführung, ausgiebige Zollkontrollen – endlich in Mombasa angekommen!

In Kenia angekommen, ging’s dann auch weiter mit den Herausforderungen! Die gekauften Bananen wurden direkt von einem Affen geklaut. Geschmeckt hat’s ihm sicherlich!

Tag 1: Entspannter Tag am Pirates Beach, Pepeas Kite Surf – Sonne, Strand, gute Drinks

Tag 2: Schulbesuch mit Aufführungen, Spendenübergabe, Essen und viel Zeit mit den Kids – Freude, Spaß und gute Laune

Auch dieses Mal durften alle Besucher der Precious Hope School einen Baum pflanzen – Zeichen des Wachstums und der Wertschätzung.

Am Ende des Schultages fahren die meisten unserer Kids mit dem Schulbus heim – dieses Mal mit sogar mit Begleitung des deutschen Besuches.

Tag 3: Mtwapa-Stadterkundung mit dem TukTuk – Leckeres Straßenessen, viel „Gewusel“, viel Staub und Dreck, gut gelaunte Menschen – Alltag in Mtwapa

Omena

Tag 3: Erneuter Schulbesuch – Unterricht miterleben, Games Time mit den Kids: Fußball, Volleyball, Seilspringen, Zeit für Zuneigung und Kuscheleinheiten

Tag 4: Mombasa-Tour – kenianische Großstadt, Altstadterkundung, Markteinkauf, Café-Genuss

Tag 4: Waisenheim-Besuch – Freude, Spiel und Spaß treffen auf schockierte Gesichter, da die Lebensumstände der Mädels sehr schlecht sind

Tag 5: Schnorchel-Tour im Bamburi Marine National Park

Tag 5: Precious-Kids zu Hause besuchen – Armut, schlechte Lebensverhältnisse, Unterernährung, Gewalt, Misshandlung: Alltag unserer Schulkinder

Tag 6 bis 8: Tsavo East and West – Faszination Kenia: Elefanten, Zebras, Giraffen, Hyänen, Antilopen, Löwen, …

Tag 8: Sport und Spaß am Strand, im Anschluss entspannter Abend in der Severin Sea Lodge – ihre Unterkunft für die Zeit hier: Traumurlaubsziel Kenia

Tag 9: Entspannter letzter gemeinsamer Tag – Poolspaß, Abschied von Jairus und Rose mit Übergabe der Gastgeschenke, Strandspaziergang mit Mitbringselkäufen, Volleyball, Schwimmen, gutes Essen

Gastgeschenk-Übergabe: Gastfreundschaft ist in Kenia sehr wichtig!

Zeit „Kwaheri, Safari njema!“ („Bis bald, Gute Reise!“) zu sagen – es war so so schön euch bei uns zu haben! ❤️

Typisch kenianische Kleidung aus Kitenge
Was uns bleibt: leckere Brotzeit aus Bayern 😁

Sportolympiade an der Precious Hope School

Heute ist ein besonderer Tag für unsere Kids – letzter Schultag des 1. Terms!
Prüfungen sind geschafft, ein Drittel der Schulzeit ist rum, jetzt stehen 10 Tage Ferien an.


Auch unsere Zeit neigt sich dem Ende, morgen geht es bereits los Richtung Nairobi und Upper Country – am Sonntag startet unsere Wandertour auf den Mount Kenya. (Dabei sei nochmal auf unser 10.000er Projekt hingewiesen! 😉)

Deshalb wollten wir den Kids einen besonderen Tag bereiten. Mit unseren Sportstunden haben wir sie auf eine Sportolympiade vorbereitet.
Los ging’s um 6.30 mit den Vorbereitungen und dem Briefing aller Teilnehmer.


Um 7.30 startete der Tag mit einem Fahrradwettbewerb. Einen Teil der Fahrräder haben die Precious-Schüler*innen erst vor Kurzem bekommen.

Fleißig gejubelt wurde von den restlichen Kindern während des Fahrradrennens


Für die Sportolympiade haben wir folgende Stationen vorbereitet:

1. Zielwerfen in Boxen/ Eimer

2. Zielwerfen durch Reifen

3. Sprint

4. Standweitsprung

5. Weitwurf

6. Hürdenlauf

Für die ganz Kleinen gab‘s extra Stationen: Spaß und Freude und das Kennenlernen von neuen Spielen stand dabei im Fokus.

Nicht nur die Schüler*innen hatten Spaß! Auch die Lehrkräfte waren sehr motiviert und haben sich oft bedankt für die vielen neuen Ideen. Leider scheitert es in Kenia oft an der praktischen Umsetzung, Vieles wird nur in der Theorie behandelt. Erst gestern gab es ein Meeting mit einem Herrn des Ministeriums für Bildung und allen Lehrkräften, bei welchem auch wir dabei sein durften.
Er erklärte ihnen das neue Schulsystem, welches ab 2023 ansteht. Im Fokus sollen dann die Kinder stehen! Weg vom Frontalunterricht, hin zum selbstständigen Lernen. Sehr gute Ansätze – vergleichbar mit Deutschland – leider wird die richtige Umsetzung noch lange Zeit brauchen.

Leider mussten wir kurz vor Ende abbrechen, da es stark zum regnen angefangen hat. Der Laune der Kinder konnte das jedoch nichts abtun und die Party des letzten Schultages dieses Terms wurde einfach in die Klassenzimmer verlegt.

Tanzparty mit Trommel und Gesang 💃🕺🏾🥳

Wir sind zufrieden und freuen uns nun auch auf „Ferien“ in den Bergen!

Besuch im Mintos

Natürlich besuchten wir auch unsere Mädels in Mombasa.

Die Freude war beidseits sehr groß! Gute Laune, Fußball, Volleyball, leckere Süßigkeiten und sogar Nutella-Brote für alle. Das hat nicht nur den kenianischen Kids geschmeckt. 😉 Gemeinsam verbrachten wir eine schöne Zeit.

Gleichzeitig war unser Besuch aus Deutschland sehr schockiert von den Umständen dort. Mehr dazu in unserem ersten Artikel zum Minto Children’s Home.

Bei unserem letzten Besuch, haben wir erfahren, dass eines der Mädchen von einem Boda angefahren wurde und sich dabei den Fuß gebrochen hat. Glücklicherweise ist die medizinische Versorgung durch Spenden gesichert. Die Kleine ist zwar wohl auf, trägt jedoch immer noch einen riesigen Gips. Wir hoffen das Beste für sie!

Wir übergaben auch medizinische Sachspenden. In diesem Zug geht ein Herzlicher Dank nach Neunburg an Margit Babl und Peter Kindler, welche Verbandmaterial, Pflaster, verschiedenste antiseptische Cremen und vieles mehr mitgeschickt haben. Asante sana!

Wie es für die kenianische Gastfreundlichkeit üblich ist, gabs natürlich Etwas zu essen. Und auch die eingeübten Lieder und Sprüche wurden den Gästen präsentiert.

Und obwohl wir viel Spaß miteinander hatten, die Kinder glücklich wirkten, stecken schreckliche Geschichten dahinter. Abermals wurde deutlich, warum wir ein Kinderheim in Mtwapa bauen wollen.

Besuch unserer Precious-Kids

In den letzten 10 Tagen hatten wir Besuch aus Deutschland – dazu wird es einen extra Artikel geben. Gemeinsam haben wir unsere Kinder der Precious Hope School besucht.

Zuerst wollten wir Christine besuchen, als wir dort ankamen, war diese leider nicht aufzufinden. Viele Kinder rannten auf uns zu und auch die Dorfältesten folgten. Sie baten uns, das Dorf zu verlassen, da die Eltern des Mädchens nicht zu Hause waren. Für uns völlig verständlich, also fuhren wir wieder. Im Nachhinein haben wir leider erfahren, dass Christine mittlerweile nicht mehr bei ihrer Mutter wohnt, ihr Vater hat eine neue Frau und sie wird nun von dieser mit groß gezogen. In Kenia ist es leider in vielen Familien noch so, dass sowohl die Kinder als auch die Frau Besitztum des Mannes sind. Für uns völlig unverständlich, hier treffen wohl zwei Mentalitäts-Extreme aufeinander.

Also besuchten wir Karen, ein Mädchen aus der 6. Klasse. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrer Mutter in diesem Dorf. Von den Vätern leider keine Spur. In der Schule macht Karen einen sehr soliden Eindruck, sie kommt mit auffällig sauberer Kleidung zur Schule, ist sehr motiviert und fleißig – niemand würde vermuten, aus welchem Verhältnissen sie kommt.

Ugali-Pakete wurden den besuchten Familien mitgebracht
Aber auch die Süßigkeiten wurden begeistert entgegengenommen

Anschließend wollten wir einen ehemaligen Schulabgänger besuchen. Der Junge kam vor einigen Wochen an die Schule und erzählte uns, dass sein Vater schwer krank sei und die Secondary nicht mehr zahlen kann. Da wir den Schüler und seine Lebensverhältnisse bereits kennen, ermöglichen wir ihm nun (auch wenn etwas verspätet) eine Schweißer-Ausbildung. Er lebt in einem sehr unzugänglichen, kleinen Dorf mit seinem Vater, Geschwistern und Großeltern. Tyssen ging jeden Tag über eine Stunde zu Fuß zur Schule, bis wir einige Fahrräder kauften und genau diesen Schüler*innen zur Verfügung stellten. Eigentlich wollten wir mit dem Boda (Motorrad) fahren, aufgrund des Wetters dann aber doch mit dem Schulbus, der erste Teil der Strecke sollte machbar sein…

Festgefahrener Bus 🚌
… ein kurzes Stück zu Fuß, damit der Bus sicher den Berg wieder hochkommt

Leider haben wir es nicht geschafft und mussten umkehren, Zeit um zu Fuß ins Dorf zu gehen, blieb leider nicht, da bald die Sonne unterging. Deshalb besuchten wir noch einmal Elisa und Sabrina am Rückweg.

Gemeinsames Unterstellen während des Regenschauers

Abermals waren wir sehr gefasst von ihren Lebensumständen. Auch unsere Familie und Freunde waren schockiert. Die kenianische Großfamilie freute sich jedoch sehr über unseren Besuch, wir wurden sehr herzlich begrüßt und unterhielten und gut. Es gab dann natürlich für alle noch Leckereien. Auch für den Dorfältesten gab’s Etwas Süßes von unserem Jüngsten.

Sabrina mit einem Hanuta
Auch hier war die Freude über das Ugali groß
Die Kinder sind uns inzwischen sehr vertraut und freuen sich uns zu sehen

Wir sind uns sicher – das war nicht unser letzter Besuch dort. Die Freude beruht nämlich auch auf unserer Seite.

Freizeitgenuss ☀️

Um euch auch mal die schönen Seiten Kenias zu zeigen, folgend ein paar Eindrücke aus unserer Freizeit.

Kenia ist ein Traum-Urlaubsziel. Das ostafrikanische Land liegt direkt am Indischen Ozean und hat einiges zu bieten: Schnorcheln, Bootstouren, Kamelreiten, Delfine, Wale und Schildkröten anschauen. Auch die Stadt Mombasa ist durchaus sehenswert: Markthalle, Oldtown, Fort Jesus und tolle Cafés. Dort findet man sogar eine europäische Bäckerei und Eisdiele – was wir nach 2 Monaten afrikanischem Essen schon sehr genießen – müssen wir zugeben. Außerdem sind die Nationalparks Tsavo East, Tsavo West und Amboseli nicht weit entfernt von Mtwapa, der Stadt in der wir leben. Safaris sind also ein Muss! Wir beide haben dies schon 2018 gemacht, als wir für 7 Wochen als Praktikantinnen in Kenia waren.

Aktuell verbringen wir sehr viel Zeit unserer Freizeit am Strand. Da wir beide Action lieben, haben wir uns für‘s Kiten entschieden. Und wie haben sie uns noch gewarnt: „One day you’ll get addicted.“ – und wieder ein neuer Sport, dem wir verfallen sind. Tolle Menschen, gute Laune, Sonne, Strand, Kiten, gutes Essen und die ein oder andere Party – um euch eine Zusammenfassung zu geben 🤭

Place to be: Pepeas Kite Surf
Pirates Beach
Finally
…we are going upwind.
Kein Wind? Zeit für Fußball.
Tolle Truppe!
Unser erster Downwinder (mit dem Wind die Küste entlang kiten)
Freunde der anderen Art. 🐒
Freunde der anderen Art? 🐒
Darauf kann man schon mal anstoßen.

Hauptbeschäftigung: Karten spielen.

Phase 10, Neinerln, Nochmal

Manchmal tut so ne Auszeit schon auch gut…

Kamel und Kameltreiber müde 🐫N

Natürlich genießen wir auch das kenianische Essen, an jeder Ecke gibt es etwas Leckeres.

„Restaurant“ – Bohnen mit Chapati für 80 Bob (60Cent).
Straßenessen: Samosas, Mitai, …
Baraka Cave Mtwapa
Matatu-Safety: Ehering zum Eigenschutz.
1€ = 124 Schilling – 100€ = 12400 Schiling…
Liebstes öffentliches Verkehrsmittel: Bodaboda

Glücklicherweise dürfen wir uns oft das Auto unseres Schulleiters leihen. Mittlerweile klappt es auch sehr gut mit dem Linksverkehr. Auch an die Tatsache, dass es keine Verkehrszeichen gibt, haben wir uns gewöhnt. Voll und ganz angepasst!

Besuche unseres Kinderheims in Mombasa gehören auch dazu. Die Mädels, aber auch wir genießen die gemeinsame Zeit.

Unsere Mintos-Mädels
Tee + Mhambri für alle

Ende Mai ging’s an die Südküste Kenias zum Traumstrand und Tourihotspot Diani Beach. Viele Touristen waren dort nicht anzutreffen, leider leidet auch Kenia unter den folgenden der Corona-Pandemie…

Eine lange Fahrt stand uns bevor: Mit dem Matatu nach Mombasa – Fähre in Mombasa (zu Fuß) – dann weiter mit dem Matatu. Gesamtfahrzeit: 3 Stunden, 30 Kilometer. Kosten: 250 kenianische Schilling (2€).

Fähre Mombasa
Fähre Mombasa: ein Erlebnis für sich

Endlich angekommen!

Akrobatik-Kids am Strand

Um 6 Uhr geht hier die Sonne unter, das liegt daran, dass Kenia direkt am Äquator liegt.

Bekannte in Diani treffen

Nach 2 Monaten Kenia & einer Woche flach liegen aufgrund Parasiten… haben wir in Diani das deutsche Essen mehr als genossen!

Pizza in Diani
Schnitzel mit Kartoffelsalat in Diani

Am Rückweg gabs noch einen Stop in Mombasa – der zweitgrößten Stadt in Kenia.

Jahazi Café in Mombasa
Guter Kaffee in Mombasa

Viele Eindrücke… eins bleibt uns noch zu sagen: Kenia ist definitiv ein Besuch wert!

Wir sind dann mal weg – Leben genießen!

Sportunterricht an der Precious Hope School

Seit zwei Wochen geben wir den Klassen Pre-Primary 1 bis Grade 8 Sportunterricht. Thema sind vielfältige Leichtathletik-Disziplinen. Das große Ziel: eine schulinterne Olympiade zum Abschluss von Term 1 Ende Juni.

Wichtig vor jeder Sportstunde: Ausführliches Aufwärmen und Dehnen

Die Schüler*innen haben sich bereits seit Ankündigung der Sportstunden mit uns darauf gefreut. Ob die Freude so bestehen bleibt, nachdem wir alle zum Aufwärmen erstmal Runden laufen haben lassen? Gute Frage 🤔

Auch, wenn alle Kinder schnaufend nach ihren Runden zurück kommen, wird bereitwillig am Dehnen teilgenommen. Disziplinspezifisch variieren diese leicht, grundlegende Dehnübungen wiederholen wir jede Stunde wieder und lassen sie dann von Schüler*innen mit vormachen, um die Selbstständigkeit zu fördern. Leider ist der Unterricht in Kenia allgemein sehr lehrerzentriert gestaltet. Schüleraktivität rückt dabei in der Hintergrund. Stures Auswendiglernen und Wiederholen hingegen prägen den Verlauf der Stunden. Das merkt man auch im Sportunterricht. Die Theorie ist da, an der praktischen Umsetzung scheitert es. Und wieso? Der Lehrplan fordert Dinge, die für die meisten Schulen nicht einmal umsetzbar sind, da es an den Grundlagen fehlt.

Mit den jüngeren Jahrgangsstufen spielten wir „Versteinern“. Das dieses Spiel, wie so viele andere, zu einer so großen Herausforderung für uns wird, war uns nicht klar. Die Kinder kennen keine „freien“ Spiele, wenn überhaupt kennen sie die großen Sportspiele, wie beispielsweise Fußball und Volleyball. Sehr schade, aber die Lehrkräfte waren begeistert und wollen die Spiele in ihrem Unterricht übernehmen.

Unser erster Themenblock behandelte Weitsprung – aufgrund der Gegebenheiten jedoch nur den Standweitsprung.

Angefangen mit „Ausprobieren lassen“, gefolgt von Theorie und Schritt-für-Schritt-Demonstration ging es über zu den ersten richtigen Versuchen im Kreis.

Danach führten wir mit jeder Klasse einen kleinen Wettkampf durch. Meist traten hier immer vier Kinder gleichzeitig gegeneinander an.

Der nächste Themenblock hieß Sprint- und Staffelspiele. Mit den jüngeren Klassen spielten wir verschiedene Staffelspiele…

…in den höheren Klassenstufen ging es um eine ordentliche Übergabe des Staffelstabes. Zudem wiederholten wir den Tiefstart ohne und mit Staffelstab.

Ready – set – go!

Auch an der Flüssigkeit der Übergabe haben wir gearbeitet und anschließend eine 6-mal 20-Meter-Staffel durchgeführt. Eine vielleicht etwas unkonventionelle Aufteilung, doch wir nehmen was wir kriegen.

Aufgrund des sehr kurzen Schuljahres bleibt nicht viel Zeit für Sportunterricht. Die 4., 5. und 6. Klasse unterrichten wir deswegen gemeinsam. Eine sehr spezielle Aufgabe…

Auch den Hürdenlauf haben wir mit ein paar Klassen bereits geschafft.

Der Hürdensitz wird bereits beim Dehnen eingeübt, damit eine Bewegungsvorstellung entsteht.

Die praktische Umsetzung klappte dann mal besser, mal schlechter.

Gestartet haben wir mit provisorischen Pappkarton-Hürden, geplant sind aber Holzhürden, die wir noch selbst zimmern wollen.

Oftmals stoßen wir hier wirklich an unsere Grenzen, da der kenianische Lehrplan eine sehr umfassende Themenbearbeitung verlangt, die jedoch mit den verfügbaren Mitteln nicht umsetzbar ist. Meistens gibt es nämlich keinerlei Materialien. Auch die Lehrer*innen an unserer Schule können viele Themen – gerade im Sportunterricht – nur theoretisch bearbeiten.

Dennoch sind die Lehrer*innen sehr kreativ und basteln sich viele Sportgeräte selber, wie zum Beispiel Bälle, Speere oder Staffelstäbe. Da dann oftmals aber nur eine geringe Stückzahl vorhanden ist, wird das entsprechende Gerät häufig nur im praktischen Teil der Prüfung verwendet.

Speerwurf – praktische Prüfung der 6. Klasse

So auch in den praktischen Sportprüfungen diese Woche. Die Theorie und die wichtigsten Punkte wussten die Schüler*innen trotzdem alle ganz genau… immerhin.

Das Leben im Dorf

Langes Wochenende in Kenia: Freitag bis einschließlich Dienstag frei. Tag 1: Am Sonntag Nachmittag starteten wir das Abenteuer mit zwei unserer WG-Mädels, Queen und Rose. Zwei ihrer Halbschwestern, Mary und Paris begleiteten uns. Unser Ziel: Ein Dorf in der Nähe von Chumani, dort lebt die Uroma der Mädels (Suaheli: Nana). Die 4 Mädels haben ihre Nana bereits seit Weihnachten nicht mehr gesehen und freuten sich deshalb sehr auf die Zeit mit ihr. Außerdem wollten sie uns zeigen, was es wirklich heißt am Dorf zu leben. Uns wurde bereits erzählt, dass Nana noch sehr traditionell lebt und obwohl die Familie aktuell ein neues Haus auf dem Grundstück baut, möchte Nana in ihrem Eigenen wohnen. Bevor sie in ihr jetziges Haus zog, lebte sie sogar noch in einer Lehmhütte, welche leider regelmäßig während der Regensaison beschädigt wurde. Nun wohnt sie in einem sehr einfachen, jedoch gemauerten Haus.

Ankunft bei Nana: Kein Strom, kein fließend Wasser

Zubereitung des Abendessens: Reis mit Tomaten und Rindfleisch (die Mädels wollten als Dank, dass wir sie mitgenommen haben, etwas besonderes kochen).

Schlafplatz unterm Sternenhimmel, auf der Dachterrasse der Baustelle

Tag 2: Bis vor kurzen gab es hier keine Toilette, nun wurde ein Plumsklo gebaut, die “Wände” aus alten Plastiktüten wurden in der Früh noch schnell für uns fixiert.

Chumani: Plumsklo neben dem Haus

Nana besitzt sehr viel Land und Tiere und gehört damit, trotz ärmlicher Verhältnisse, eher zu den wohlhabenderen Dorfbewohnern. Sie hat einige Ziegen und Kühe, außerdem ein paar Hühner und Enten. Auf ihrem Feld baut sie Mais an. Der Cousin der Mädels, welcher im Nachbardorf wohnt, unterstützt sie bei der Arbeit. Apropos Arbeit: Die Mädels wurden von ihrer Uroma direkt mit Lesos (typische kenianische Tücher) ausgestattet, diese trägt man vor allem bei der Arbeit im Haushalt. Ihrer Uroma war die Kleidung, die man “in der Stadt trägt” dann doch zu kurz – die Mädels schmunzelten bei der Aussage.

Zum Frühstück gab’s die Reste vom Abendessen: Reis mit Tomaten

Die Mädels wollten dann alle “duschen”, hier im Dorf heißt das: Eimer voll Wasser und ab ins “Bad”, so wird hier geduscht. Im Anschluss wollten wir uns gemeinsam die Stadt Malindi ansehen. Nana berichtete, dass es eine sehr schöne Stadt sei, sie sei früher oft dort gewesen und, dass es dort viele Leckereien gibt. Wir sollten ihr doch bitte süßes Gebäck mitbringen und für das Abendessen wünschte sie sich frischen Fisch, denn “in Malindi gibt es immer guten Fisch”. Das machten wir doch gerne. Am Montag war nämlich Eid al-Fitr, das muslimische Fest zum Ende des Ramadans. Wir starteten unseren Trip in die Stadt, dort angekommen suchten wir erst einmal einen “sicheren” Parkplatz für das Auto, das wir uns glücklicherweise von Jairus leihen durften. Um auf Nummer sicher zu gehen, baten wir dem Security einer Tankstelle ein paar Schilling an – damit war die Sache auch geklärt. Wir spazierten durch die Stadt, an vielen Kleidungsgeschäften vorbei, durch den Fischmarkt und schließlich kamen wir zum Obst und Gemüse. Wir probierten ein paar der gepökelten, typisch zubereiteten Fische. Sehr lecker!

Weiter ging’s in Richtung Meer – dort sollte es den besten Fisch geben. Wir mussten eine Stunde warten, da die Läden erst um vier Uhr öffneten, dafür bekamen wir frisch gefangenen Fisch.

Während die Mädels noch weiter die Stadt erkundeten und sich um den Fischkauf kümmerten, beschlossen wir mit dem Bodaboda (Mototaxi) unser Auto zu holen. Das mit der Orientierung hat gut funktioniert – Auto gefunden. Am Weg noch ein paar süße Leckereien für uns und Nana gekauft, dann konnte es ja wieder Richtung Strand gehen. Dachten wir…

Das Auto wollte nicht mehr anspringen. Vielleicht haben wir etwas falsch gemacht? Aus Sicherheitsgründen hat das Auto einen Cut-out, eigentlich wussten wir, wie man diesen überbrückt. Vielleicht die Batterie? Gut, dass wir an der Tankstelle waren! Wir bekamen sofort Hilfe. Nachdem wir erklärt hatten, wir bräuchten nur Hilfe fremd zu starten, meinte der Tankwart nur: “Kein Problem, ich hole Kabel”. Von wegen Sicherheit… auch hier gibt es ein rotes und ein schwarzes Kabel, die Enden jedoch offen… ob das gut geht? Etwas skeptisch, doch dankbar, beobachteten wir das Geschehen: Ein Tuktuk wurde geholt – uns wurde erklärt, es habe ja die selbe Batterie. “Naja, die werden es schon wissen”, so unser Gedanke. Es wurden immer mehr Männer – 7 Männer an einer Batterie. Viele Versuche – kein Erfolg. Überbrückungskabel wurden irgendwann unwichtig, die Batterien wurden direkt miteinander verbunden. Irgendwann wurde unsere Batterie dann einfach ausgetauscht. Endlich! Mit der Batterie des Tuktuk’s hat es geklappt! Bei laufendem Motor wurden dann die Batterien zurückgetauscht. Naja, solange die Kiste nun läuft. Alle freuten sich und wir konnten endlich die Mädels abholen.

Zurück bei Nana gingen die Vorbereitungen für das Abendessen los. Zwei der Mädels nahmen die Fische aus und Mary machte ein Lagerfeuer. Sie erklärten uns, wie sie die Fische zubereiten möchten und wir erzählten ihnen vom “Steckerlfisch” und weiteren Arten, wie wir zu hause Fisch machen. Die Stimmung war super – Gute Laune, gutes Essen, schöner Sonnenuntergang. Auch für Nana war unser Besuch durchaus etwas besonderes…

Ugali- traditioneller Maisbrei

Am nächsten Tag hatte Nana eine Überraschung für uns: Sie sei sehr dankbar und erfreut über unseren Besuch, sie möchte für uns eine ihrer Enten schlachten und fragte uns, ob wir denn nicht noch eine Nacht bleiben möchten. Leider mussten wir am Mittwoch wieder zur Schule, aber die Ente nahmen wir dankend an. Es wäre eine Verweigerung der kenianischen Gastfreundschaft zum Essen Nein zu sagen. Jairus hatte uns bereits erklärt, egal wo wir sind, wir sollten zumindest alles probieren und einen kleinen Happen essen, da sich sonst die Gastgeber Vorwürfe machen. Nana ging also raus, schnappte eine ihrer Enten und band sie fest. Alles selbst, trotz ihren knapp 100 Jahren. Wir fragten uns des Öfteren, woher sie diese Energie und Lebensfreude zieht.

Nana und Mary

Nana ist eine sehr lebensfrohe Frau. Sie lebt in ihrem Haus in einer sehr einfachen Art uns Weise. Der Fußboden ist aus Erde, in dem einen Zimmer, das man direkt durch die Haustüre betritt, befindet sich eine Feuerstelle und all ihre Vorräte: Wasser, Kochutensilien, Putzsachen, … über der Kochstelle hat sie ein Lager für Mais, welchen sie auf den Feldern anpflanzt. Sobald dieser trocken ist, sammelt sie ihn in großen Tonnen. In einem weiteren Zimmer befindet sich ein Bett und ihre Kleidung. Das dritte Zimmer nutzt sie nicht, dort steht ebenso ein Bett.

Vor dem Mittagessen wollten die Mädels unbedingt noch Watamu sehen, gemeinsam fuhren wir also Richtung Meer. Jeder erzählte von dem schönen Strand. Watamu ist eine sehr … Stadt mit vielen Restaurants und Bars. Leider hatten wir sehr schlechtes Wetter. Regensaison…

Wieder bei Nana angekommen fingen wir an das Essen vorzubereiten. Die Ente musste erstmal geschlachtet werden – auch dies machte Nana selbst. Danach wurde sie von zwei der Mädels ausgenommen und vorbereitet.

Ente mit Reis und Tomatensauce
Heimfahrt: alle sind glücklich und ein wenig fertig – so wie dich das nach einem Roadtrip gehört 😉

Ostern in Kenia

Osterwochenende

Karfreitag – gleichzeitig Rose‘s 18. Geburtstag. Mit einer ausgeliehenen – und als Ofen betitelter – Mikrowelle haben wir versucht einen Kuchen zu backen…

Immerhin geschmeckt hat er allen gut, Ästhetik trat hier eher in den Hintergrund 😅 Und auch die Zauberkerzen, die sich immer wieder selbst entzünden, waren ein Hit!!🎂

Rose‘s 18. Zitronen-Geburtstagskuchen 🍋🎂

Freitag Nachmittag haben wir mit Rose zusammen verbracht. Der Geburtstagsnachmittag wurde mit Pizza essen und Strand als Abschluss gekrönt.

Nachdem es Freitag Nacht anfing zu regnen, ließen wir den Samstag ganz entspannt angehen.

Nach einer kurzen Lauf- und Sporteinheit fuhren wir mit dem Boda Boda (Motorrad-Taxi) zum Hause Orangi (Familie unseres Schulleiters Jairus). Gemeinsam mit 4 seiner Kinder machten wir uns einen gemütlichen Regen-Spiele-Nachmittag.

Kaum regnet es ein bisschen, steht das Wasser überall… ☔️💧

Nach der ersten Nacht ohne Ventilator und mit Bettdecken starteten wir erfrischt in den Ostersonntag. Vor einer Woche hätte uns noch keiner erzählen brauchen, dass wir jetzt schon 25° C als kühl empfinden. 🥶

Am Ostersonntag wurden wir von Queen mit einem ganz besonderen Frühstück überrascht: Es gab Samosas 🤩 (Mit Kartoffel-Gemüse gefüllte, frittierte Teigtaschen). Im Hintergrund lief moderne Kirchenmusik, die zum mitsingen anregte. Wir sprachen über das Osterfest und die unterschiedlichen Traditionen.

Samosas als Frühstücksüberraschung
Zubereitung der Samosas

Im Anschluss erklärten wir zwei unserer Ostertraditionen: Schokoladeneier-Suche und Ostereier-Färben. Wir hatten alle sehr viel Spaß, auch Mama Queen suchte voller Begeisterung 😁

Ostereier färben mit Avocado- und Zwiebelschalen
Braune Eier färben ist dann doch eher schwierig… Wir haben also noch mit Verzierungen aus Edding nachgeholfen